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31.07.

SALZBURGER FESTSPIELE - SYMPOSIUM
"Das Todesröcheln der Donaumonarchie"

31.07. SALZBURGER FESTSPIELE – SYMPOSIUM
"Das Todesröcheln der Donaumonarchie"

Der Erste Weltkrieg markierte eine Zeitenwende mit unvorhersehbaren politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Folgen. Er veränderte nicht nur die territoriale Landkarte des europäischen Kontinents nachhaltig, sondern hinterließ auch Spuren in den Seelen der Menschen, die ihn durchlebten. „Die Welt von Gestern“ (Stefan Zweig) war unwiederbringlich verloren, doch wodurch sie ersetzt werden sollte, blieb das große Rätsel dieses Jahrhunderts der Extreme.

Mitten im Ersten Weltkrieg als Antwort auf die europäische Zeitenwende gegründet, spiegelt sich im Mikrokosmos Salzburger Festspiele auch die Große Weltgeschichte wider. „Kunst und Wirklichkeit, Theater und Leben: überall sonst sind’s zwei getrennte Sphären. Hier bilden beide ein unlösbares Ganzes“, lässt bereits Erich Kästner den Protagonisten seines Romans „Der kleine Grenzverkehr“ über Salzburg und die Festspiele bemerken.

Das diesjährige Festspiel-Symposium beleuchtet an drei Vormittagen, wie stark Kunst, Politik und Ideologie während der Zeitenwende 1918/1938 bei den Festspielen miteinander verwoben sind.

 

31.Juli 2018 • 10.00 Uhr • Schüttkasten

“Das Todesröcheln der Donaumonarchie”

Mit der Idee von Festspielen versuchten die Gründerväter Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt, nach dem Ersten Weltkrieg Ordnung ins Chaos der Nachkriegszeit zu bringen. Nach dem Zusammenbruch der alten Ordnung, sollte das Theater als festliche Anstalt Tradition, nationale Identität und Gemeinschaftlichkeit stiften. Die Festspiele wurden ein Projekt gegen die Identitätskrise und den Werteverlust des einzelnen Menschen, aber auch ganzer Völker.

In diesem Sinne gehören die Salzburger Festspiele, so der englische Historiker Eric Hobsbawm, „ihrem Ursprung nach zum Todesröcheln der Donaumonarchie“ und sie gehören „zur Geschichte der europäischen Kultur im 20. Jahrhundert“.

Es diskutieren:

Barbara Coudenhove-Kalergi, Journalistin

Bundespräsident a.D. Dr. Heinz Fischer, Politiker

Univ.-Prof. Dr. Norbert Christian Wolf, Germanist

Moderation: Michael Kerbler