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30.07.

Salzburger Festspiele: Was hoffen?
Symposium Teil 1

30.07. Salzburger Festspiele: Was hoffen?
Symposium Teil 1

„Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden Bach des Lebens“

„Die Hoffnung hilft uns leben“ wusste Johann Wolfgang von Goethe und beschrieb damit die Hoffnung als Triebfeder des Lebens, der den Menschen befähigt, vermeintlich Undenkbares denkbar, Unerlebbares erlebbar und Unerreichbares erreichbar zu machen.

Hoffnung ist eine große Macht, vielleicht die größte von allen. Hoffnung lässt Menschen das Unmenschlichste überleben. Hoffnung lässt uns die schlimmsten Schmerzen und die schwersten Leiden ertragen. Friedrich Nietzsche sah in ihr gerade deshalb „das größte Übel, sogar das allergrößte Übel“, weil die Hoffnung einen leiden lässt, viel länger leiden lässt, als wenn sie nicht da wäre.

Wann hilft die Hoffnung dem Menschen und wann schadet sie mehr? Was bedeutet Hoffnung für Kranke oder gar für Sterbende? Und: Gibt es Alternativen zur Hoffnung?

Referenten:

Andreas Krafft, Hoffnungsforscher

Cecily Corti, Gründerin der Obdachlosen-Notschlafstelle VinziRast

Franz Lackner, Erzbischof von Salzburg

Moderation und Gesprächsführung: Michael Kerbler

Datum: 30. Juli 2021      Beginn: 11:00 Uhr

Ort: Solitär der Universität Mozarteum

Nähere Details auf: „Freunde”-Sommerprogramm (festspielfreunde.at)

„Du scheue Hoffnung, fastverklungnes Fühlen“ (Hugo v. Hofmannsthal)

Hoffnung, ein arg strapaziertes Wort in Zeiten, in denen die Corona-Pandemie die Welt fest im Griff hat, weiterhin Kriege geführt werden und der Klima-Notstand droht. Seit der Antike, als die Hoffnung in der Büchse der Pandora verblieb, setzen sich Philosophen und Künstler, Gläubige und Nicht-Gläubige mit ihrer Bedeutung für das Individuum und die Gesellschaft auseinander.

In der christlichen Tradition zählt Hoffnung neben Glaube und Liebe zu den göttlichen Tugenden. Der Himmel, so Immanuel Kant, hat den Menschen als Gegengewicht zu den vielen Mühseligkeiten des Lebens dreierlei gegeben: Den Schlaf, das Lachen und die Hoffnung.

Die Fähigkeit Hoffnung zu empfinden, ist uns nicht in die Wiege gelegt, denn sie setzt die Erfahrung von existenzieller Unsicherheit voraus, der Irritation von Erwartungen. Und Hoffnung hält immer auch die Möglichkeit des Scheiterns bereit. Genau das unterscheidet sie von der Zuversicht, vom Wunschdenken oder dem Optimismus. „Hoffnung“ ist, wie es der tschechische Dichterpräsident Vaclav Havel formuliert hat, eben „nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat – ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“