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09.04.

"Die Menschheit durchlebt eine epochale Krise."
Ö1 - Fritjof Capra IM GESPRÄCH

09.04. “Die Menschheit durchlebt eine epochale Krise.”
Ö1 - Fritjof Capra IM GESPRÄCH

 Michael Kerbler im Gespräch mit dem Systemtheoretiker Fritjof Capra

“Weiterleben kann die Menschheit nur, wenn sie von Grund auf anders denken lernt.” Dieses Zitat ist bald vierzig Jahre alt und stammt aus Fritjof Capras Bestseller “Wendezeit”, Anfang der 1980er Jahre ein viel beachteter Anstoß für einen neuen Blick auf den technischen Fortschritt und seinen Preis.
Für Fritjof Capra haben die Erkenntnisse der Physik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das alte kopernikanische Weltbild von Newton und Descartes obsolet gemacht. Die Erkenntnis, dass an die Stelle des mechanistischen Weltbildes eines getreten ist, das am Zutreffendsten mit dem Bild eines Netzes oder zahlloser kommunizierender Gefäße beschrieben wird: “Alles hängt mit allem zusammen” – das mache ein Umdenken auch in anderen Wissenschaftszweigen unabdingbar, meinte Capra damals.

Schon damals plädierte der österreichisch-amerikanische Systemtheoretiker eindringlich dafür, die Balance der Lebenssysteme des Globus – der ökologischen wie der ökonomischen – für künftige Generationen zu erhalten: “An die Stelle von quantitativem Messen muss qualitatives Werten treten – eine ganzheitliche, ökologische Anschauungsweise, die unser bankrottes mechanistisches Weltbild ablöst. Denn unsere Welt ist mehr als die Summe ihrer Teile.”

Dreißig Jahre später zog der österreichisch-amerikanische Systemtheoretiker im Gespräch mit Michael Kerbler Bilanz über das Erreichte – und das, was noch geschehen muss. Wiederum ein knappes Jahrzehnt später zeigt sich Vieles des damals Festgestellten unverändert aktuell, während in manchen Punkten die Entwicklung weitergegangen ist. Das Bewusstsein für die Dringlichkeit von Capras Diagnose ist allerdings gestiegen.

Sendung am 9. April um 21:00 Uhr IM GESPRÄCH auf Ö1.

(Erstausstrahlung am 12. September 2012)