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30.03.

Eat & Meet: "So schmeckt mein Europa"
Karl-Markus Gauß im Gespräch mit Michael Kerbler

30.03. Eat & Meet: “So schmeckt mein Europa”
Karl-Markus Gauß im Gespräch mit Michael Kerbler

Er sei, sagt Karl-Markus Gauß, ein sesshafter Reisender. Ein Reisender, der von Kindheit an gelernt hat zu erkennen was ist. Was nichts Anderes bedeutet, als zu sehen und das Gesehene richtig zu interpretieren. Oder still zu sitzen und nur einfach zuzuhören. Etwa als Kind unter dem Esstisch in der elterlichen Wohnung im Aiglhof-Viertel in Salzburg. Der kleine Karl-Markus wollte an den Stimmen erkennen, welche Gäste auf Besuch gekommen waren. Gauß lernte zu unterscheiden. Er schulte sein Auge, sein Ohr und auch seinen Geschmacksinn. Geruch und Geschmack katapultieren ihn auch heute noch zurück in die Kindheit. Das Erdäpfelgulyasch zum Beispiel, das er als Junge so gern aß. Überhaupt: der Esstisch zu Hause bildete das Zentrum der Welt für den Buben. Und das Gespräch der Familie vor, während und nach dem Essen war so etwas wie eine Pflicht. „Beim Essen zu schweigen war verboten!“.

Dieses Gebot wird am Abend des 30.März im „Blaue Gans“- Restaurantgewölbe strikt eingehalten werden. Michael Kerbler wird mit Karl-Markus Gauß darüber reden, wie ihm sein Europa schmeckt. Welchen kulturellen Reichtum die Vielfalt der Speisen – etwa aus Süd- und Südosteuropa – für den Schriftsteller in sich bergen. Und ob und wie sich der Geschmack Europas mit den Jahren verändert hat. Übrigens: KM Gauß wird für die Gäste an diesem Abend „sein“ Erdäpfelgulyas höchstpersönlich zubereiten.

Karl-Markus Gauß, er entstammt einer donauschwäbischen Familie, ist österreichischer Schriftsteller. Er lebt als Essayist, Kritiker und Herausgeber der Zeitschrift „Literatur und Kritik“ in Salzburg. Gauß hat mehr als zwanzig Bücher verfasst, darunter „Die Hundeesser von Svinia“, „Das Erste, was ich sah“ und „Lob der Sprache, Glück des Schreibens“. Jüngst erschienen ist “Zwanzig Lewa oder tot – vier Reiseberichte“.

Der Autor schreibt für überregionale deutschsprachige Tageszeitungen, unter anderem für Die Zeit, FAZ, Neue Zürcher Zeitung, Salzburger Nachrichten und Die Presse. Gauß erhielt 2006 für sein Gesamtwerk den ‘Georg-Dehio-Buchpreis’ des Deutschen Kulturforums östliches Europa sowie den ‘Manès-Sperber-Preis’, 2007 den ‘Mitteleuropa-Preis‘. Im Jahr 2014 wurde ihm der Österreichische Kunstpreis in der Kategorie Literatur zuerkannt.

Ort: “Blaue Gans”, Getreidegasse 41-43, im Weinarchiv. Anmeldung erforderlich!